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Fleißige Bachpaten sind preisverdächtig

Niedersächsischer Gewässerwettbewerb hat Osnabrücker Schülerprojekte in die engere Wahl genommen: Nach der Jury-Begutachtung von "Schüler helfen dem Sandbach" fällt im Oktober die Entscheidung.

Umweltpädagogin Björg Dewert (l.) und Lehrerin Katja Woppowa von der Montessori-Schule Osnabrück bauen gemeinsam mit den Jugendlichen einen dicken Baumstamm als Strömungslenker in den Fluss ein.
Begegnung der tierischen Art: Umweltpädagogin Björg Dewert zeigte einem der Schüler einen Frosch, der ihr bei dem Einsatz am Sandbach vorübergehend zugesprungen war.
Für den Besuch der Juroren waren Informationstafeln am Sandbach im Carolinger Holz aufgestellt, die über das Netzwerk „Schulen für eine Lebendige Hase“ informierten.
Christiane Balks-Lehmann vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück gab einen Überblick über die Schülerprojekte, die an der Hase und ihren Nebenflüssen in Osnabrück laufen.
Mit vereinten Kräften wurde der Baumstamm versetzt.
Frosch und Umweltpädagogin: Björn Dewert fand das Tier in einem Fischunterstand.

Schöner Erfolg für die Kinder und Jugendlichen von der Montessori-Schule, der Grundschule Widukindland und vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA), die sich im „Netzwerk Schulen für eine Lebendige Hase“ als „Bachpaten“ engagieren. Nachdem die fleißigen Schüler seit 2014 mindestens einmal jährlich zu Arbeitseinsätzen an den Osnabrücker Stadtbach ausgerückt sind, ist nun eines ihrer Projekte, nämlich „Schüler helfen dem Sandbach“, in die engere Wahl für eine Auszeichnung im niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ gekommen.

In dem Wettbewerb, der alle zwei Jahre vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens ausgelobt wird, hatten sich diesmal 31 Projekte beworben. Von diesen Vorhaben wurden nur 13 für die zweite Runde ausgewählt, in der eine Expertenjury über die endgültigen Platzierungen entscheidet.

Im Rahmen einer dreitägigen Inspektionsreise, bei der alle 13 Projekte von den Juroren besucht wurden, fand jetzt auch die Begutachtung des Osnabrücker Vorhabens statt. Die Entscheidung wird erst am 17. Oktober bei der Preisverleihung in Hannover verkündet – bis dahin heißt es Daumen drücken für die Projektbeteiligten. Neben weiteren Schülerprojekten sind in dem Wettbewerb auch Gewässerschutz- oder Revitalisierungsvorhaben u.a. von einer BUND-Kreisgruppe in die engere Wahl gekommen. Aber das heißt nichts: Weil die Schülerprojekte so gut waren, wurde in der letzten Wettbewerbsrunde vor zwei Jahren eigens noch ein Sonderpreis vergeben. 

An dem Osnabrücker Projekt am Sandbach, das in Kooperation mit dem Unterhaltungsverband Hase-Bever durchgeführt wurde, sind neben Schülerinnen und Schülern der Grundschule Widukindland und des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums auch Jugendliche aus einer Berufsvorbereitungs-AG der Montessori-Förderschule beteiligt.

Nachdem sie zuletzt im Vorjahr u.a. beim Einbau eines Strömungslenkers, beim Anlegen eines neuen Kiesbetts und beim Anpflanzen von Schutzgehölzen geholfen haben, bauten die Jugendlichen nun unter den Augen der fachkundigen Jury einen weiteren dicken Baumstamm zum Umlenken der Strömung als Schutz vor Sandablagerungen in den Fluss ein. 

Christiane Balks-Lehmann vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück, und Björg Dewert, Umweltpädagogin und Mitarbeiterin des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen, die die Schülerprojekte an den Gewässern leitet, stellten den Juroren das Schulnetzwerk, die Bachpatenschaften und das laufende Vorhaben am Sandbach vor. Wie Balks-Lehmann erklärte, wurde das „Netzwerk Schulen für eine Lebendige Hase“ im Rahmen des langfristigen Projekts „Lebendige Hase“ vom Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt Osnabrück gegründet, um es den Bildungseinrichtungen in Osnabrück zu ermöglichen, Themen wie Gewässerökologie und Naturschutz bereits früh an Kinder und Jugendliche vermitteln zu können. 

„Die Schulen im Netzwerk können Lernprojekte an der Hase oder den Nebenflüssen durchführen, bei denen wir sie unterstützen. Mit einer Bachpatschenschaft können sie für einen längeren Zeitraum Verantwortung für ein Vorhaben an einem Gewässerabschnitt übernehmen, das sie mit uns und in Kooperation mit dem  Unterhaltungsverband durchführen“, sagte Balls-Lehmann. Wie sie lobte, haben sich die Montessori-Schule, die Grundschule Widukindland und das EMA mit Projekten (u.a. noch am Sandforter Bach) besonders als Bachpaten hervorgetan. Weitere Schulen könnten sich jederzeit beteiligen oder ebenfalls Patenschaften für eines der Osnabrücker Gewässer übernehmen. 

„Wir bereiten zurzeit ein neues Projekt an der Düte vor“, kündigte die Umweltpädagogin Björg Dewert an. Wie sie verdeutlichte, werden die Schüler bei ihren Einsätzen ganz gezielt in laufende Vorhaben der Gewässerunterhaltung einbezogen. „Es sind alles sinnvolle Einsätze, bei denen die Schüler direkt sehen können, wie ein lebendiger Bach entsteht. Da wir die Einsätze auch im Unterricht vor- und nachbereiten, lernen die Schüler dabei viel über die Fließgewässer in Osnabrück“, erklärte sie. 

 Wie Balks-Lehmann deutlich machte, zielt das Bachpatenprojekt vornehmlich auf „Umweltbildung“, also die Vermittlung von Wissen über die Osnabrücker Fließgewässer und über Natur an sich, aber es soll auch dazu führen, dass die jungen Leute ein Verbundenheitsgefühl mit den von ihnen wiederhergestellten Gewässerabschnitten entwickeln. „Die Schüler sind stolz auf ihre Projekte – dadurch prägt sich ihnen die Bedeutung von Gewässerschutz ein. Und wir hoffen natürlich auch darauf, dass sie es herumerzählen oder Eltern und Freunde an die Gewässer führen, um ihnen die Projekte zu zeigen und sie ebenfalls für die Gewässer zu begeistern“, meinte Balks-Lehmann.

Infos/Kontakt zum „Netzwerk Schulen für eine Lebendige Hase“ unter Telefon 0541/323-3162 oder per E-Mail unter balks-lehmann(at)osnabrueck.de.

Mehr Infos: Wir stellen das Netzwerk "Schulen für eine Lebendige Hase" auf unserer Internetseite vor. Neben dem Netzwerk wird über die zurzeit laufenden Schülerprojekte informiert und es können gleich einige Materialien für den Unterricht abgerufen werden.