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Ausbau Haseuferweg: Erste Brückenunterquerung ist fertig

Der Ausbau des Haseuferwegs in Fledder/Lüstringen ist trotz Hochwasser-Unterbrechungen gut vorangekommen. Die Fertigstellung des neuen Abschnitts ist schon für den Monat Mai vorgesehen.

Baustellenbesichtigung mit Projektleiter Lutz Vorreyer (mit Zollstock) vom Fachdienst Straßenbau der Stadt Osnabrück.

Radfahrer und Fußgänger können sich freuen: Der Ausbau des Haseuferwegs zwischen der Schellenbergbrücke in Fledder und und dem Heideweg in Lüstringen ist im Winterhalbjahr trotz mehrfacher Unterbrechungen durch Hochwasser gut vorangekommen. Lutz Vorreyer vom Fachdienst Straßenbau der Stadt Osnabrück geht davon aus, dass der 1547 Meter lange Abschnitt mit den beiden besonders aufwändigen Brückenunterquerungen vermutlich schon im Mai fertiggestellt wird.

„Wir haben wegen der vielen Unwägbarkeiten bei Bauprojekten an der Hase von Anfang an kein konkretes Datum für die Eröffnung genannt und das will ich auch weiter nicht machen. Bevor es so weit ist, müssen wir an der Mündung zum Heideweg noch eine Querung des Belmer Bachs erneuern, die nicht vorgesehen war. Aber mit Beginn der Radfahrsaison im Frühsommer wird der Weg auf jeden Fall zur Verfügung stehen“, sagt Vorreyer, der die Projektleitung inne hat.

Das Ausbauvorhaben im Osnabrücker Osten, mit dem im Sommer des vergangenen Jahres begonnen wurde, gehört zu den schwierigsten Abschnitten des Haseuferwegs. Der Fluss unterquert im Fledder das über zwei Brücken geführte Eisenbahngleisbett des Güterbahnhofsbereichs.

Da die Brücken zu flach sind, wurden nach oben offene Tröge oder Betonprofile eingebaut, die den Uferweg unter den Gleisen noch unter das Niveau des Flussbetts absenken. Dadurch wurde eine lichte Höhe von etwa 2,20 bis 2,50 Metern unter den Brücken geschaffen.

Unter der ersten 128 Meter breiten Brücke ist das Betonprofil bereits vollständig ausgebaut, zurzeit laufen die Vorarbeiten im zweiten Brückenabschnitt, der etwa 25 Meter lang ist. „Wir werden dort in etwa zwei Wochen mit dem Betonieren beginnen“, kündigt Vorreyer an.

Damit von den Gleisen von oben kein Staub und Schmutz auf den Weg rieselt, wird er unter den Brücken noch mit einer Metallkonstruktion überdacht. Sie wird aus jeweils etwa drei Meter breiten Einzelteilen zusammengesetzt, von denen im ersten Abschnitt bereits die meisten Teile montiert wurden.

„Wir sind trotz der Hochwasser-Unterbrechungen wirklich gut vorangekommen“, bilanziert Vorreyer.

Hohe Wasserstände haben öfter als erwartet für Stillstand gesorgt. „Die Baustelle ist uns, auf gut Deutsch gesagt, im Winter fünfmal abgesoffen – und zwar immer so, dass es uns mit Aufräumarbeiten jeweils vier oder fünf Tage gekostet hat, bevor wir weitermachen konnten. Zweimal war es besonders schlimm – da lag hinterher alles voller Äste und Fischeresten und die Baustelle war total verschlammt“, sagt Vorreyer. „Aber damit haben wir ja vorher gerechnet. Außerdem hat die Pumpentechnik, die wir für solche Überschwemmungen in den Weg eingebaut haben, dadurch ihre Feuertaufe schon bestanden.“

Wie Vorreyer und der Dipl.-Ing. Lothar Dütemeyer erklären, kann es auch künftig vorkommen, dass die Betontröge mit dem Uferweg von der Hase überspült werden. Bei normalem Wasserstand überragen die Betonwände den Flusspegel um etwa 40 bis 60 Zentimeter. „Wir haben errechnet, dass im Schnitt alle zwei Jahre Extremhochwässer vorkommen, bei denen der Pegel höher steigt“, so Dütemeyer.

In solchen Fällen wird der neue Abschnitt des Haseuferwegs gesperrt. Nutzer werden in ausreichendem Abstand vor der Brückenpassage mit einer Signalanlage darauf hingewiesen, dass der Abschnitt nicht passierbar ist.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Uferwegs wurden neue Schwellen und Sohlgleiten in den Fluss eingebaut, mit denen die Wassermengen, die durch die Klöcknerhase und den Hasekanal fließen, künftig besser reguliert werden können.

„Wir sorgen damit insbesondere für besseren Durchfluss in der Klöcknerhase. Das Wasser aus dem Röthebach, der hier mündet, soll sich besser mit dem Wasser der Hase vermengen“, sagt Vorreyer.

Der Projektleiter erwartet, dass der Kostenrahmen von 750.000 Euro – immerhin 140.000 Euro weniger als im Vorfeld erwartet – eingehalten wird. Durch den Ausbau des Uferwegs soll eine bessere Radweganbindung der Stadtteile Schinkel, Fledder, Lüstringen und Darum an die Innenstadt geschaffen werden.

Künftig kann auf einer durchgehenden Verbindung entlang des Flusses aus der Osnabrücker City bis nach Bissendorf und wieder zurück geradelt (oder gewandert) werden.