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 Seelbach soll nicht länger Straßengraben sein

Zwischen Darum und Lüstringen wird jetzt von der Stadt Osnabrück ein etwa 370 Meter langer Abschnitt des Seelbachs revitalisiert. Der Zufluss des Belmer Bachs wird aus einem Betonbett befreit und soll nicht länger Straßengraben sein.

Der Seelbach verläuft zwischen Darum und Gretesch. © Stadt Osnabrück

Der Seelbach verläuft zwischen Darum und Gretesch. © Stadt Osnabrück

Für den Seelbach im Osnabrücker Osten geht es zurück zur Natur: Der Zufluss des Belmer Bachs, der in Darum entspringt und dann im Ortsteil Gretesch in das größere Gewässer mündet, wird jetzt von der Stadt Osnabrück auf einem rund 370 Meter langen Abschnitt aus seinem Betonbett befreit und in eine naturnah gestaltete Trasse verlegt. 

Das Vorhaben, das vom Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück als Kompensationsmaßnahme durchgeführt wird, zielt darauf, die Vernetzung der Fließgewässer in Osnabrück zu verbessern bzw. wiederherzustellen. Weil durch bauliche Eingriffe die natürliche Gewässer- und Auendynamik an vielen Stellen unterbrochen ist, so dass die in Bächen vorkommenden (Klein-)Fischarten und weiteren aquatischen Lebewesen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt wandern können, arbeitet die Stadt Osnabrück bereits seit vielen Jahren auch mit einem eigenen Fließgewässerschutzprogramm darauf hin, die Hase und das System der in sie mündenden Bäche und kleinen Wasserläufe zu revitalisieren. 

Auch jetzt am Seelbach geht es darum, durch eine natürliche Gestaltung die Gewässerökologie und die Durchgängigkeit zu verbessern, so dass die im und am Wasser lebenden Tiere und Pflanzen davon profitieren. Dabei ist es erneut ein Eingriff aus der Vergangenheit, der jetzt sozusagen zurückgebaut wird. Nach Angaben von Frank Bludau vom Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung, der die Revitalisierung koordiniert, wird der Seelbach jetzt aus einem Bett mit Betonsohlschalen befreit, das wohl in den 1960er Jahren gebaut wurde. In dem Abschnitt, der revitalisiert wird, wurde der Seelbach damals in einen Seitengraben der Gerdenkampstraße verwandelt, der seither vornehmlich der Straßenentwässerung dient. 

Eines der Ziele des Vorhabens ist es so auch, den Seelbach von seiner Funktion als Entwässerungsgraben zu befreien. Dazu wird das Gewässer wieder von der Straße abgerückt und etwas weiter südlich auf einer vormals landwirtschaftlich genutzten Fläche in leicht gewundenen Verlauf verlegt, wie er typisch für solche Naturräume ist. Statt aus Beton erhält der Seelbach künftig eine Sohle aus Gesteinssubstrat, an dem sich Sedimente ablagern können und gute Lebensbedingungen für Kleinfische und andere Wasserlebewesen entstehen. 

Die Weide, durch die der Seelbach nun geführt wird, wird in Abstimmung mit einem Landwirt als extensive Ausgleichsfläche genutzt. Neben der Verlegung des Bachs und der Gestaltung der Uferbereiche mit Pflanzen ist vorgesehen, dass auf der Fläche noch an weiteren Stellen natürlich vorkommende Sträucher und Bäumen angepflanzt werden, wobei unter anderem Gehölzgruppen mit Schwarzerlen oder Kopfweiden geplant sind. Bludau geht davon aus, dass die Umgestaltung spätestens bis zum Winter 2019 abgeschlossen ist.