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Stadtputzen auch auf der Hase

Osnabrücker Wassersportvereine haben die Hase gesäubert: 24 fleißige Helfer waren in Booten unterwegs - Teilnehmerrekord beim Stadtputztag.

Sechs Fahrradwracks, ein Parkverbotsschild mit dazugehörigem Gestänge und sage und schreibe 20 große Müllsäcke voller alter Plastikflaschen, Getränkedosen und –becher, Tüten und Folien aus Kunststoff, Tabaksbeutel, Styroporverpackungen und weiterem Unrat wie sogar einer alten Schallplatte: Was die Mitglieder des Osnabrücker Kanu Clubs und des Wassersportvereins Osnabrück jetzt beim Stadtputztag auf einer Strecke von nur wenigen Kilometern aus der Hase gezogen haben, war, wie die der fleißigen Helfer beim abschließenden Gruppenfoto übereinstimmend meinten, eine "riesige Sauerei".

Haseputzen beim Osnabrücker Stadtputztag: "Lebendige Hase"-Bildergalerie bei Facebook

Die Wassersportler waren zum zweiten Mal mit einer gemeinsamen Hase-Säuberungsaktion am Osnabrücker Stadtputztag beteiligt. Bei dem großen Reinemachen wurde eine neue Rekordbeteiligung verzeichnet. Nach Angaben von Katrin Hofmann vom Osnabrücker ServiceBetrieb (OSB), die den Stadtputztag koordiniert, haben diesmal rund 3500 Menschen dabei mitgeholfen, die Stadt von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien. "Es waren über 2500 Schüler, die meist schon an den Tagen zuvor im Einsatz waren, und noch einmal fast 1000 Helfer am Samstag", berichtete Hofmann. Sie war bei der Abschlussveranstaltung auf dem Markt, an der sich auch die Haseputzer beteiligten, gut zufrieden. "Unter dem Strich waren es etwa 1000 Teilnehmer mehr als im Vorjahr. Das ist wirklich enorm."

Die Wassersportler schwärmten bei ihrem großen Flussputzen mit einer kleinen Bootsflotte aus. Wie Ralf-Michael Purschke vom Osnabrücker Kanu Club und Martin Volpers vom Wassersportverein Osnabrück erklärten, waren von beiden Vereinen insgesamt 24 Helfer auf 17 Booten bei der Aktion im Einsatz. Jugendliche und Erwachsene waren dabei, jüngste Helferin war die 8-jährige Julia. Um einen möglichst großen Abschnitt der insgesamt etwa 17 Osnabrücker Hasekilometer säubern zu können, waren die Helfer in drei Gruppen aufgeteilt, die generalstabsmäßig jeweils an eigenen Stellen in den Fluss eingesetzt wurden. 

Nach Angaben von Purschke war in jeder Gruppe ein großer "Kanadier" dabei, also ein großes und nach oben offenes Kanu, das als schwimmende Müllsammelstelle eingesetzt wurde. Die großen Boote wurden jeweils von den weiteren Sammlern in Kajaks umschwärmt. Diese kleinen und besonders wendigen Boote sind mit Spritzdecken abgedichtet und die Paddler tragen spezielle Kleidung, in der sie weitgehend trocken bleiben. Obwohl auch Handschuhe zur Ausrüstung gehören, war es für die Bootsfahrer manches Mal mit Überwindung verbunden, jetzt beim Haseputzen in den Fluss zu langen und Müll daraus hervorzuziehen. "Einiges war wirklich ekelig, aber ist natürlich trotzdem gut, dass wir es gemacht haben", meinten zwei Frauen beim Herausheben der Boote.

Besonders viel Unrat fand sich, wie sie berichteten, gleich auf dem Abschnitt vom Güterbahnhof bis zur Neuen Mühle, wobei das Bootsteam, das auf diesem Abschnitt unterwegs war, gleich das erste verrostete Fahrradwrack und zwei prallvoll gesammelte Müllsäcke an einer zuvor mit dem OSB verabredeten Stelle in der Nähe des Bahnhofs abladen konnte. Danach luden dann beide Teams, die diesen Teil des Flusses säuberten, den gesammelten Müll an der Pernickelmühle aus. 

Als zum Schluss alle vor dem großen Haufen Müll standen, den nur diese beiden Teams zusammengetragen hatten, lobte der OKC-Vorsitzende Michael Purschke, der für die Logistik gesorgt hatte – also Boote und Helfer herumfuhr und beim Entladen des Mülls half –, die fleißigen Haseputzer. "Ich freue mich darüber, dass sich wieder so viele Mitglieder aus den beiden Vereinen an der Aktion beteiligt haben und ich glaube, dass es auch wieder eine schöne Leistung war", meinte er.

"Eigentlich ist es aber auch ein bisschen traurig. Wir haben letztes Jahr bereits eine solche Menge Müll aus dem Fluss gezogen und dass sich jetzt schon wieder so viel angehäuft hat, zeigt leider allzu deutlich, wie achtlos wirklich mit der Hase umgegangen wird. Eigentlich müsste es viel öfter gemacht werden." 

Haseputzen beim Osnabrücker Stadtputztag: "Lebendige Hase"-Bildergalerie bei Facebook