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Anpaddeln durch die City

Besondere Flusstour: Start der Wassersport-Saison mit 70 Booten auf der Hase in Osnabrück

Volles Haus herrschte jetzt auf der Hase: Zum „Anpaddeln“ der Wassersportsaison fand eine große Ausfahrt über den Osnabrücker Stadtfluss statt, bei der über 80 Teilnehmer in rund 70 Booten dabei waren. 

Bildergalerie: Fotos vom Anpaddeln auf der Facebook-Seite der Lebendigen Hase

Die Tour, an der sich Mitglieder des Osnabrücker Wassersportvereine und Gäste – sogar eine Frau aus den Niederlanden –, beteiligten, führte vom Gut Stockum über rund 15 Flusskilometer quer durch die Innenstadt bis zum Wassersportzentrum in Eversburg. Die ganze Strecke wurde aber nur von etwa 25 Paddlern bewältigt. Einige Teilnehmer stiegen bereits nach etwa 10 Kilometern an der Pernickelmühle in der Innenstadt aus. Weitere Bootsfahrer verließen den Fluss an der Römereschstraße nach etwa 13 Kilometern, weil die Durchfahrt dort durch Firmengelände nicht möglich ist und die Boote auf dem letzen Abschnitt sonst zweimal umgesetzt werden müssen. 

„Wir haben die Saison sonst meist auf dem Kanal zwischen Haste und der Hollager Schleuse gestartet und wollten es diesmal etwas anders machen. Dass es gut angekommen ist, zeigt ja die große Teilnehmerzahl“, freute sich Martin Volpers vom Wassersportverein (WSV) Osnabrück. Sein Verein und der Osnabrücker Kanu Club (OKC) hatten zu der Bootstour eingeladen.

Am Tag nach dem Anpaddeln fand noch eine Kanurallye statt, die zum 16. Mal vom WSV organisiert wurde. Dabei musste eine deutlich herausfordernde 24-Kilometer-Strecke aus Eversburg über die Hase bis zum Mittellandkanal und zurück über den Stichkanal bis zu den Bootshäusern bewältigt werden. 

Bei der Tour durch die Innenstadt am Samstag ging es zwar vergleichsweise gemütlich zu, aber auch dieser Streckenabschnitt birgt einige sportliche Herausforderungen. Beispielsweise müssen drei Wehre passiert werden: Am alten Lokschuppen konnten die Teilnehmer am Samstag über die Gewässerkante fahren, dann rutschten sie an der Neuen Mühle mit sichtlichem Vergnügen durch den Fischborstenpass und schließlich an der Pernickelmühle mussten die Boote mühevoll umgesetzt werden.

Die Kanuten zogen die Boote dort vor dem Wehr aus der Hase, trugen sie über die Brücke und ließen sie auf der gegenüberliegenden Seite vom Grundstück des Dom-Gemeindezentrums Pernickelmühle über zwei Leitern wieder aufs Wasser hinunter rutschen. 

Die Boote wurden auf dem Hof von Martin Volpers und weiteren Helfern an den Haken genommen, über das Geländer gehoben und abgeseilt, außerdem halfen sie den Teilnehmern auf den Leitern und achteten darauf, dass alle den Abstieg sicher bewältigen konnten. „Das Umsetzen an der Pernickelmühle ist immer etwas beschwerlich. Es gibt an diesem Wehr noch eine andere Möglichkeit, die Boote wieder aufs Wasser zu bekommen, aber dabei müssen sie noch weiter und über eine ganz enge Treppe getragen werden. Deswegen freuen wir uns wirklich sehr darüber, dass wir den Weg über des Hof des Gemeindezentrum nutzen durften und dass sogar das große Hoftor für uns geöffnet wurde. Vielen Dank dafür“, sagte Volpers. 

Einsitzer-Kajaks bringen 12 bis 15 Kilo auf die Waage, große Zweisitzer kommen leicht auf ein Gewicht von über 30 Kilogramm – also durchaus eine schweißtreibende Aufgabe, die Boote zu tragen. Da sie nur einzeln wieder aufs Wasser gelassen werden konnten, stauten sich vor dem Gemeindezentrum, wo sonst häufig Autos parken, am Samstag zwischenzeitlich die Boote. 

Die Kanuten wurden beim Umsetzen vielfach von Passanten angesprochen. Am meisten wurde darüber gestaunt, dass überhaupt Bootsfahrer auf dem Fluss unterwegs waren und dass es zulässig ist, die Hase in der Innenstadt zu befahren. 

Zuvor auf dem belebten Herrenteichswall, an der Haseöffnung und entlang des Haseuferwegs, wo der Fluss vom Ufer aus eingesehen werden kann, hatten die Bootsfahrer viele neugierige Blicke auf sich gezogen. Einige Bootsfahrer wurden von Angehörigen und Freunden begleitet, die zu Fuß auf Brücken oder auf dem Herrenteichswall unterwegs waren und Fotos machten.

„Wir haben zwar auch sonst schon Touren mit einigen Teilnehmern auf dem Innenstadt-Abschnitt der Hase gemacht – aber noch niemals mit einer so großen Truppe. Das hat wirklich großen Spaß gemacht – auch wenn es nicht ganz optimal war, weil der Wasserstand etwas niedrig war“, meinte Volpers.

 

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