Reizvolle Landschaft: Hase in Lüstringen.

Ausbau des Haseuferwegs zwischen Schinkel und Lüstringen

Baubeginn am Haseuferweg in Lüstringen (v.l.): Lutz Vorreyer vom Fachbereich Städtebau, Hartmut Damerow vom Osnabrücker Service-Betrieb, Christiane Balks-Lehmann vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz, Stadtbaurat Frank Otte, Heiko Tilebein vom Ingenieurbüro Tilebein und Mark Hofschröer von dem gleichnamigen Bauunternehmen.
In Lüstringen wurde mit dem Ausbau des Haseuferwegs begonnen.
Die Hase wird mit Spundwänden an der Baustelle vorbei geführt.
Haseuferweg: Bau der Brückenunterführung in Lüstlingen.
Gute Laune: Ausbau des Haseuferwegs.

Die Stadt Osnabrück baut den Haseuferweg jetzt auf einem 1547 Meter langen Abschnitt zwischen dem Heideweg in Lüstringen und der Carl-Fischer-Straße (Nähe Schellenbergbrücke) im Stadtteil Schinkel weiter aus. Damit wird die vorletzte Lücke des Weges geschlossen, der die Hase auf der vollen Länge der etwa 17 Osnabrücker Flusskilometer säumen soll. Die Idee für den Ausbau des Uferwegs kam bereits in den 1950er Jahren auf. 

Nach den Worten von Stadtbaurat Frank Otte ist der Abschnitt des Haseuferwegs zwischen Schinkel und Lüstringen ein besonders „wichtiges und schwieriges Teilstück.“ Wichtig ist der Abschnitt, weil er eine direkte Radweganbindung der Stadtteile Lüstringen, Voxtrup und Schinkel an die Innenstadt geschaffen wird. Wenn der neue Abschnitt nächstes Jahr übergeben wird, können Radler aus der City bis an die Stadtgrenze und darüber hinaus bis nach Bissendorf-Natbergen auf einer geschlossenen Strecke entlang der Hase fahren.

Otte betonte, dass die Strecke für Freizeitradler ebenso wie für Berufspendler wichtig sei. Auf dem Radweg entlang des Flusses zu radeln, sei „wesentlich ungefährlicher als auf der Straße“.  

Schwierig ist der Bau des Abschnitts, weil zwei Unterführungen unter Bahnbrücken errichtet werden müssen. Die Brücken sind so flach, dass der Weg unter ihnen nicht einfach am Ufer entlang geführt werden kann, sondern noch unter die Wasserlinie der Hase abgesenkt werden muss.

Dazu wird der Weg in „Tröge“, nach oben offene Betonprofile in U-Form, unter den Brücken entlang geführt, deren Grund tiefer als die Wasserlinie liegt. Die Tröge, die den Fluss bei normalem Wasserstand um etwa 40 bis 60 cm überragen, schaffen eine aufrechte Höhe von 2,20 bis 2,50 Metern unter den Brücken. 

Der Ausbau des Weges wurde mit der Unterquerung einer Brücke begonnen, die sich im Bereich des Heidewegs in Lüstringen unter dem breiten Schienenstrang durchzieht, der zum Bahnhof führt. Hier müssen etwa 150 Wegemeter unter der Brücke gebaut werden. In kurzem Abstand dahinter ist stadteinwärts eine zweite, aber nur 25 m lange Brücke zu unterqueren. Als drittes größeres Bauwerk komplettiert noch eine Überbrückung des von  Norden in die Hase einmündenden Röthebaches diesen Abschnitt des Haseuferweges.

Die Baukosten für das neue Teilstück belaufen sich nach Angaben von Stadtbaurat Frank Otte auf 750.000 Euro, immerhin 140.000 Euro weniger sind als veranschlagt waren. 

Es ist vorgesehen, dass die Hase bei Hochwasser in die Tröge schwappt und sie überspült. Wie Lutz Vorreyer vom Fachbereich Städtebau erklärte, werden in die Tröge ferngesteuerten Pumpen eingebaut, mit denen es möglich ist, Wasser und Schlick abzusaugen, wenn der Hasepegel wieder gesunken ist. In ausreichendem Abstand vor den Brücken aufgestellte Zeichenanlagen sollen Radler darauf hinweisen, ob freie Fahrt unter den Brücken herrscht.

Solche Wasserstände, bei denen die Tröge überflutet werden, kommen aber laut Vorreyer statistisch nur alle zwei Jahre einmal vor. „Einmal in zwei Jahren kann auch heißen, viermal in einem Jahr und danach sieben Jahre lang nicht“, meinte er. 

Christiane Balks-Lehmann vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz machte deutlich, dass bei dem jetzigen Ausbau des Weges auch die ökologische Situation des Flusses noch verbessert wird. An der Abzweigung des Hasekanals, der parallel zu den Bahngleisen verläuft, wird noch eine Schwelle in den Fluss eingebaut wird, mit der künftig reguliert werden kann, dass immer genug Wasser durch die Klöcknerhase fließt.

Die Klöckner-Hase wurde in den 1990er Jahren als das ursprüngliche Flussbett der Hase im Zuge der Revitalisierung des ehemaligen Klöcknergeländes zum Hasepark wieder naturnah gestaltet. Sie mit mehr Wasser zu versorgen, sei eine wichtige Maßnahme zur ökologischen Verbesserung der Hase und damit der Lebensbedingungen für alle im und am Wasser lebenden Tiere und Pflanzen.

 

Mehr zum Thema:

Lageplan zum Ausbau des Haseuferwegs (14 MB, pdf)