Haseufer am Pottgraben: Der Hauptbahnhof ist an dieser Stelle nur einen Steinwurf entfernt. Der Uferweg erschließt mitten in der Innenstadt wertvolle Naturoasen.

Am Wasser entlang durch die ganze Stadt: Der Ausbau des Haseuferwegs

Eröffnung des Innenstadt-Abschnitts des Haseuferwegs mit Boris Pistorius, früher Osnabrücker Oberbürgermeister und heutiger Innenminister Niedersachsens, sowie Wolfgang Greisert, damals Stadtbauart und heute Oberbürgermeister von Osnabrück.
Vom Wasser aus: Der Haseuferweg führt in der Innenstadt in einer elegant geschwungenen Stegkonstruktion direkt über das Wass
Bewegt: Der Innenstadtabschnitt des Haseuferwegs hat sich zu einer viel genutzten Wageverbindung entwickelt.
Blick über die Anlegerplattform an der Neuen Mühle bei der Freigabe des ersten neuen Innenstadtabschnitts des Haseuferwegs (2010).
Gefragte Wegeverbindung: Haseuferweg in der Innenstadt.
Radler auf dem Haseuferweg.

Am Wasser entlang durch die ganze Stadt: Dieses Vorhaben verfolgt die Stadt Osnabrück mit dem Ausbau des Haseuferwegs. Ziel ist es, auf der Gesamtlänge von 17 Kilometern einen Weg für Fußgänger und Radfahrer entlang des Osnabrücker Stadtflusses zu bauen. Damit soll den Städtern der Zugang zur Hase ermöglicht werden und es soll eine bessere Verknüpfung der Rad- und Fußwegeverbindungen zwischen der Innenstadt und den Außenbezirken geschaffen werden.  

Die Idee für den Ausbau des Haseuferweg geht bereits auf die 1950er Jahre zurück. Seither wurden in den Außenbezirken ebenso wie in der Innenstadt Stück für Stück neue Wegeabschnitte gebaut und mit bestehenden Teilstücken wie etwa am Herrenteichswall  verknüpft, so dass bereits eine weitgehend geschlossene Wegeverbindung entstanden ist. Größere Lücken bestehen aktuell nur noch zwischen der Schellenbergbrücke und demSeilerweg zur Anbindung der Stadtteile Schinkel, Fledder, Voxtrup und Lüstringen und im Bereich Turner Straße bis zum Anschluss an der Wachsbleiche. Da an beiden Stellen Eisenbahnbrücken unterquert werden müssen, ist der Ausbau hier besonders kompliziert und teuer. Der Lückenschluss an der Schellenbergbrücke wird noch 2015 in Angriff genommen. Dort werden Trog-Konstruktion eingebaut, durch die der Weg unter der Bahn am Fluss entlang geführt wird. 

Einen wichtigen Impuls für die städtebauliche Entwicklung Osnabrücks hat der Ausbau des Haseuferwegs auf dem Innenstadtabschnitt zwischen der Neuen Mühle und dem Neumarkt gegeben, der in den Jahren von 2009 bis 2011in zwei Bauabschnitten realisiert wurde. Dort wurde auf Grundlage eines Entwurfes der Hannoveraner Landschaftsarchitekten Irene Lohaus und Peter Carl eine 475 Meter lange und 2,50 Meter breite Stegkonstruktion errichtet, die den Weg in einem eleganten Bogen teils über Land, meist jedoch auf Stelzen über das Wasser führt. Die Stahlkonstruktion wird von 23 Bohrpfählen getragen, der Weg ist mit 750 kg schwere Betonplatten ausgelegt. Die Beleuchtung des Weges ist im Geländer untergebracht. Das Teilstück hat eine komplett neue Wegeachse zwischen dem Innenstadtkern und der Südstadt sowie dem Bereich des Hauptbahnhofs erschlossen. 

Auf dem Flussabschnitt, der jahrzehntelang nicht zugänglich war, eröffnet sich Fußgängern und Radfahrern nun jenseits der stark befahrenen Straßen mitten in der City ein grünes Idyll. Die städtebaulichen Impulse für die Aufwertung des Quartiers zwischen der Möserstraße und dem Kollegienwall spiegeln sich u.a. im neuen Hasehaus mit seiner Terrasse am Fluss wider, das am Neumarkt nun ein attraktives Gegenüber zum Einstieg in den Uferweg bildet. Aber auch für die Hase selbst hat der Bau des Haseuferwegs in der Innenstadt etwas gebracht. Ein Teil des Materials der Baustraße wurde dazu genutzt, ein naturnäheres Gerinne mit unterschiedlichen Strömungsverhältnissen, Uferbänken und Kolken zu schaffen. Was aus gestalterischer Sicht derzeit vielleicht noch etwas „roh“ daher kommt, stellt sich für das gewässerökologisch geschulte Auge schon als Grundlage für eine deutliche Strukturverbesserung der innerstädtischen Hase dar. 

Ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Ausbau des Haseuferwegs war zuvor noch der Abschnitt auf dem früheren Gelände der Gießerei Klöckner. Nachdem das Areal über 100 Jahre lang als Industriefläche diente, wurde es in den 1990er Jahren neu für Gewerbeansiedlungen zugänglich gemacht und dabei komplett umgestaltet. Das ursprüngliche Bett der Hase wurde von der Betonsohle befreit und die ehemnaligen Industrieflächen im ufernahen Bereich wurden zum grünen Hasepark umgestaltet.

Durch den Ausbau des Uferwegs ist auf diesem Abschnitt eine Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer entstanden, die den Stadtteil Schinkel und angrenzende Wohnbezirke mit der Innenstadt verbindet. Als besondere Attraktion werden hier die hier bereits vorhandenen Spiel- und Sportangebote sukzessive zu einem zweiten Großspielplatz in Osnabrück erweitert. Trainingsgeräte für Jung und Alt laden schon jetzt zur täglichen Fitnesseinheit ein.

Der Haseuferweg ist Bestandteil der „Hase-Ems-Tour“, eines 265 Kilometer langen Radfernweges, der von der Hasequelle bei Melle entlang der Hase und der Ems vorbei an der Mündung bei Meppen bis nach Rheine führt. Der Osnabrück-Abschnitt, der künftig noch mit einer neuen Wegweisung für Fernradler versehen wird, gehört zu den abwechslungsreichsten Teilstücken und es lohnt sich für Städter ebenso wie für Auswärtige, die bereits fertig Wegstücke zu erwandern oder zu erradeln. Idyliische Natur, wilde Industrieromantik, Zeitzeugen des mittelalterlichen Ursprungs der Stadt wechseln sich ab – und zeigen Osnabrück von einer ganz anderen Seite.

 

Mehr zum Thema:

Karte: Verlauf des Haseuferwegs durch Osnabrück (3 MB, pdf)    

Ausbau des Haseuferwegs zwischen Schinkel und Lüstringen

Die Stadt Osnabrück baut den Haseuferweg jetzt auf einem 1547 Meter langen Abschnitt zwischen dem Heideweg in Lüstringen und der Carl-Fischer-Straße (Nähe Schellenbergbrücke) im Stadtteil Schinkel weiter aus. Damit wird die vorletzte Lücke des Weges geschlossen, der die Hase auf der vollen Länge der etwa 17 Osnabrücker Flusskilometer säumen soll.. mehr...

In Lüstringen wurde mit dem Ausbau des Haseuferwegs begonnen.