Idyllisch: Hase im Fluss.

 

Hase im Fluss: Wissenswertes zum Osnabrücker Stadtfluss

Von Melle bis Meppen: Verlauf der Hase.
Bifurkation: Hier teil sich der Haselauf. © Stadt Melle
Der Eisvogel ist sozusagen das Maskottchen der Hase in Osnabrück.
Idyllisch: Brücke an der Pernickelmühle.

Ems-Nebenfluss
Die Hase ist ein Nebenfluss der Ems. Sie entspringt südöstlich von Osnabrück im Teutoburger Wald bei Melle-Wellingholzhausen. Gespeist wird die Hase durch die Hasequelle und die Schwarze Welle (Almaquelle) im Quellgebiet in Wellingholzhausen, sowie die Rehquellen zwischen Wellingholzhausen und Dissen. Von dort fließt die Hase nordwärts nach Wellingholzhausen, von wo ihr weiterer Flusslauf durch die Weser-Ems-Wasserscheide bestimmt wird. Der Fluss ist 169,6 km lang und mündet Osnabrück im Teutoburger Wald bei Meppen in den Dortmund-Ems-Kanal.

 

17 Kilometer durch Osnabrück
Die Hase durchzieht den Landkreis Osnabrück, streift den Landkreis Steinfurt und zieht sich weiter durch die Landkreise Cloppenburg und Emsland. Die kreisfreie Stadt Osnabrück wird auf einer Länge von 17 Kilometern von der  Hase durchflossen. Auf dem Osnabrücker Stadtgebiet säumt den Fluss ein für Fußgänger und Radfahrer ausgebauter Uferweg. Von der Quelle bis zur Mündung verläuft ein Fernradweg, die Hase-Ems-Tour, entlang des Flusses, in den auch der Osnabrücker Uferweg eingebettet ist.

 

Weser-Ems-Wasserscheide
Zwischen den Meller Stadtteilen Wellingholzhausen und Gesmold weist die Hase eine Besonderheit auf: In einer Bifurkation teilt sich der Fluss auf 79,8 m über NN in Hase und Else so, dass jeder Arm in ein anderes Flusssystem fließt. Nach wie vor ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen, ob es sich dabei tatsächlich um eine natürliche Erscheinung handelt oder ob die Bifurkation das Produkt eines Streites um Wasserrechte im 16. Jahrhundert ist. Sicher ist lediglich, dass es eine unterirdische Wasserscheide in diesem Bereich gibt. Unabhängig davon ist der Ort zu einem attraktiven und lehrreichen Anziehungspunkt für Jung und Alt geworden. In ihrer jetzigen Form wurde die Bifurkation 1965 angelegt.

 

Flussverlauf
Ein Drittel des Hasewassers fließt unter dem Namen Else in östliche Richtung und mündet in die Werre, die weiter zur Weser läuft. Zwei Drittel des Wassers fließen in nordwestliche Richtung weiter durch Osnabrück in Richtung Bramsche, wo sie den Mittellandkanal unterquert („Hasedüker“ genannt) und sich in zwei Arme teilt, die Hohe Hase und die Tiefe Hase, die sich bei Rieste wieder vereinigen. Im Artland teilt sie sich erneut in mehrere Arme und nimmt zahlreiche zufließende Bäche – die Artlandbäche - auf. Vor Quakenbrück teilt sich der Fluss in Große Hase, Kleine Hase, die Trentlager Hase und die Wrau und bildet wiederum eine geografische Besonderheit: das Hasedelta, ein Relikt der letzten Eiszeit vor 180.000 Jahren. Die letzten 1,6 km der Hase in Meppen sind als Bundeswasserstraße ausgewiesen, wovon die knapp 700 m Mündungsstrecke einen Teil des Dortmund-Ems-Kanals bilden. Mehr Infos zum Fluss finden sich auf den Internetseiten des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen.

 

Alfsee
Der Fluss brachte natürlicherweise immer wieder Überschwemmungen, so dass bereits früh Eindeichungen und andere Eingriffe vorgenommen wurden, um Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen zu schützen. Aber auch zur Bewässerung der Felder wurde das mineralstoffhaltige Hasewasser genutzt: So gab es ausgefeilte Systeme aus Be – und Entwässerungsgräben, die die sogenannten „Rieselwiesen“ zu bestimmten Zeiten mit Wasser versorgten. Der größte wasserwirtschaftliche Eingriff in das Hasesystem entstand ab 1972 wohl durch den der 220 Hektar großen Alfsee zwischen Rieste und Alfhausen, der bis zu 13 Millionen Kubikmeter Hasewasser aufnehmen kann; ein Reservebecken fasst nochmals acht Millionen Kubikmeter. Während der Alfsee neben seiner wasserwirtschaftlichen Hauptfunktion durch Erholungseinrichtungen (Ferienhäuser, Campingplatz, Wasserski etc.) eine Attraktion für den regionalen und über-regionalen Tourismus darstellt, ist das Reservebecken als Rast- und Nahrungsbiotop für eine Vielzahl von Wasservögeln als Natura 2000 Gebiet von europäischer Bedeutung. Es ersetzt in dieser Funktion mittlerweile die durch den Bau des Alfsees verloren gegangene Feuchtwiesenlandschaft. Eine Ausweisung als Naturschutzgebiet wird derzeit vorbereitet.

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