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Stadtputzen aus dem Boot: Paddler und Kanuten haben die Hase entmüllt

Die Paddler und Kanuten vom Osnabrücker Wassersportverein (WSV) und vom Osnabrücker Kanu Club (OKC) haben jetzt beim Osnabrücker Stadtputztag die Hase um 29 Säcke voll Müll und noch vielen weiteren Unrat wie Verkehrsschilder und alte Autoreifen „erleichtert“. Es war bereits die dritte Haseputzaktion der Bootsfahrer.

Nicht so viele Fahrräder und etwas weniger sperriger Müll, aber dafür umso mehr Plastik-/Glasflaschen, Getränkedosen, zerrissene Tüten und andere Kunststoffreste, alte Kleidung, Sprayflaschen und noch viele weitere ekelige Hinterlassenschaften: Um 29 große Säcke voller Müll haben die Paddler und Kanuten vom Osnabrücker Wassersportverein (WSV) und vom Osnabrücker Kanu Club (OKC) jetzt beim Osnabrücker Stadtputztag die Hase „erleichtert“.

Die beiden Vereine waren zum dritten Mal mit einer gemeinsamen Flussputzaktion beim großen Müllsammeln in Osnabrück dabei. Der viele Unrat, der nun nicht mehr im Wasser treibt oder die Uferböschungen verschmutzt, kam auf einer Strecke von nur etwa sieben Flusskilometern zwischen dem alten Lokschuppen und der Römereschstraße zusammen, die von den Bootsfahrern gesäubert wurde. „Und wir haben längst nicht alles eingesammelt, weil wir ja aus den Booten nicht alles erreichen konnten. Es ist kaum vorstellbar, dass so viel Müll in die Hase geworfen wird“, sagt WSV-Kassenwart Martin Volpers, einer der Organisatoren des „schwimmenden“ Flussputzens. „Und es ist keinesfalls so, dass es weniger Müll geworden ist, den wir in der Hase gefunden haben.“

Die Wassersportler waren diesmal mit 12 Teilnehmern in Booten unterwegs. Außerdem war wieder ein Helfer am Ufer dabei, der die Tour zu Fuß begleitete und die Bootsfahrer dabei unterstützte, volle Müllsäcke auszuladen und sie für die spätere Abholung gut sichtbar abzustellen. Zwei Teams von Bootsfahrern waren im Einsatz: Eine Gruppe säuberte den Abschnitt vom Lokschuppen bis zur Pernickelmühle, die andere sammelte den Müll auf dem Stück von der Pernickelmühle bis zur Römereschstraße ein. 

Die Flotte setzte sich aus drei „Kanadiern“, also mehrsitzigen Booten, zusammen, die jeweils von Kajaks, also Einsitzern, begleitet wurden. Während die Paddler in den kleineren und wendigeren Kajaks näher ans Ufer fuhren und auch in Flachwasserbereiche vordrangen, um dort auch kleinteiligen Müll aufzusammeln, wurden die größeren Kanadier als schwimmende Sammelstellen zum Zwischenlagern des Unrats genutzt und die Besatzungen sammelten die sperrigen Stücke ein. „Von den Kanadier-Fahrern sind diesmal einige während der Fahrt ausgestiegen und auf Uferböschungen geklettert, um auch dort Flaschen, Plastik und anderen Müll einzusammeln. Auf einigen Abschnitten war das bitter nötig“, sagt Martin Volpers. 

Nach seinen Angaben waren vor allem die Bereiche am Bahnhof, an der Neuen Mühle, am Neumarkt und entlang des Herrenteichswalls bis zur Pernickelmühle besonders stark verschmutzt. „Es erschreckt mich am meisten, dass so achtlos mit Plastikmüll umgegangen wird“, meinte Volpers. Flaschen, Tüten und andere Kunststoffreste gehörten keinesfalls in den Fluss. „Aber auf dem Abschnitt zwischen der Pernickelmühle und der Römerschstraße haben wir, je weiter wir aus der Stadt herausgekommen sind, immer weniger Müll gefunden. Das war erfreulich“, so Volpers. 

Neben den 29 Säcken mit kleinteiligem Müll wurden bei der Sammelaktion u.a. Gestänge von Straßenschildern, ein alter Autoreifen mit Felge, ein Bürostuhl, eine Rücksitzbank, ein Ziervogel aus Kunststoff und ein Sack voller Tapetenreste gefunden. „Wir haben dieses Jahr etwas weniger sperrigen Müll eingesammelt, weil die Hase einen hohen Wasserstand hatte und wir nur an wenigen Stellen bis auf den Grund des Flusses greifen konnten. Ich habe mindestens ein altes Fahrrad gesehen, das wir aber nicht bergen konnten“, berichtet Volpers. 

Das Haseputzen der Paddler und Kanuten wurde diesmal von einem Team von der Uni Osnabrück begleitet, das für eine Masterarbeit im Studiengang „Boden, Gewässer, Altlasten“ die Müllmenge am Ufer und im Wasser der Hase untersucht hat. Die Masterarbeit beschäftigt damit, wie viel Plastikmüll aus der Hase ins Meer getragen wird.

 

Links zum Text:

Bildergalerie: Haseputzaktion der Paddler und Kanuten beim Stadtputztag

Bildergalerie: Brückenbilder - Hasebrücken von unten aus der Fluss-Perspektive 

Osnabrücker Kanu Club

Wassersportverein Osnabrück