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Schöner Wohnen für Bachtiere

Laichplätze für Fische geschaffen und junge Erlen am Ufer gepflanzt: Voxtruper Grundschüler waren fleißig am Sandforter Bach.

Beim Bau von, wie der achtjährige Finn es ausdrückte, neuen „Kinderzimmern“ für die Bewohner des Sandforter Bachs haben jetzt wieder die Jungen und Mädchen von der Grundschule Voxtrup mitgeholfen: Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Schaufeln und Eimern waren die Kinder bei einer Naturschutzaktion dabei, bei der in dem Bach neue Laichplätze für Fische geschaffen, Strömungslenker eingebaut und am Ufer junge Erlen angepflanzt wurden.

Bei der Aktion, die von der Stadt im Rahmen des Osnabrücker Netzwerks „Schulen für eine lebendige Hase“ koordiniert wurde, rückten an drei Tagen jeweils zwei Klassen der dritten und vierten Jahrgangsstufe als fleißige Helfer an den Sandforter Bach aus. Klar: Etwas draußen zu machen, fanden die Mädchen und Jungen spannender als den Vormittag im Klassenzimmer zu verbringen – genauso lehrreich war es allemal.

Zum Einstieg in die Naturschutz-Einsätze erklärten die Umweltpädagoginnen Björg Dewert und Josefa Schmitz vom Verein „Natur unterwegs“ den Kindern, warum es so besonders wichtig ist, den rund 2,3 Kilometer langen Bach, der nahe ihrer Schule fließt und in die Hase mündet als Lebensraum zu schützen. „Heute gibt es viele Tiere, die vom Aussterben bedroht sind. Das soll hier nicht passieren, deswegen helfen wir mit, dass der Bach wieder in Schwung kommt“, fasste es die achtjährige Jule ziemlich treffend zusammen. 

Der diesjährige Einsatz, der im Rahmen der Niedersächsischen Naturschutzwoche für Kinder von der Bingo-Umweltstiftung gefördert wurde, ging wieder in enger Abstimmung mit den Stadtwerken Osnabrück und dem Unterhaltungsverband Hase-Bever über die Bühne.

Während die Stadtwerke das Grundstück zur Verfügung stellten, steuerte der Verband das Material, das von den Kindern „verbaut“ wurde, zu der Aktion bei - also den Kies für die Strömungslenker/Laichplätze und die 75 jungen Erlen zur Ufersicherung und Strukturanreicherung.

Bauleiter Niclas Otto vom Unterhaltungsverband Hase-Bever hatte die Randstreifen für die Bepflanzung mit den Gehölzen zuvor gemäht und war bei den Schülereinsätzen jeweils mit dabei. „Die Kinder haben sich fleißig engagiert“, lobte er. „Aber es war auch wirklich zu merken, dass sie es interessant fanden, hier ganz praktisch etwas über den Sandforter Bach zu erfahren.“ 

Bei der Aktion wurde nach seinen Angaben mit Hilfe der Kinder ein etwa 600 Meter langer Abschnitt des Bachs wieder auf Vordermann gebracht. Die Wurzeln der von den Kindern angepflanzten Bäume sollen künftig das Ufer des Baches auch bei Hochwasserereignissen stabilisieren.

Weiter gehörte es zu den Aufgaben der Kinder, Strömungslenker und Kiesbänke in den Bach einzubauen, die nun seine Strukturvielfalt und somit Lebensraumqualität erhöhen. Auch die Fließgeschwindigkeit steigt und beugt so einer Versandung vor. Beim Einbau der Kiesbänke wurden Eimerketten gebildet und die Kinder wechselten sich beim Ausschütten in den Bach ab. 

Die Kiesbänke haben noch eine weitere wichtige Funktion: Fische nutzen die kleinen Hohlräume zwischen den Steinen als Laichplatz. Besonders Bachforellen mögen diese Hohlräume, die, wie Finn und seine Mitschüler aus der 3c ganz genau wussten, neben Elritzen und Stichlingen zu den Bewohnern des Sandforter Bachs gehören. „Der Kies und die Fischunterstände bedeuten schöner Wohnen für Bachtiere“, meinte Björg Dewert.

 

Mehr zum Thema:

Grundschule Vortrup

Verein "Natur unterwegs"

Unterhaltungsverband Hase-Bever

Netzwerk "Schulen für eine Lebendige Hase"

Natur-Netz-Niedersachsen: Naturschutzwoche